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MÜNCHHAUSEN (DF)

Auf Schloss Bodenwerder zu Münchhausen gesteht die junge Baronin von Riedesel dem charismatischen Baron Münchhausen ihre Liebe. Ihr Verlobter Freiherr von Hartenfeld hingegen interessiert sich vielmehr für dessen sagenumwobenen Ahnherren. Der Hausherr nimmt das entgegengebrachte Interesse zum Anlass, am nächsten Tag ausgiebig von den Erlebnissen des Ahnen zu erzählen. Der erlebte im 18. Jahrhundert mit seinem treuen Diener Kuchenreutter allerhand fantastische Abenteuer: Vom berühmten Ritt auf der Kanonenkugel, über die Gefangenschaft bei einem Sultan bis hin zu einer Ballonreise zum Mond. Mit der Zeit bemerkt das aufmerksame Publikum aber eine immer größere Ähnlichkeit Münchhausens mit seinem vermeintlichen Ahnen. Auch scheint die Baronin von Münchhausen wesentlich älter als ihr Gatte zu sein…

Joseph Goebbels gab den Ausstattungsfilm mit Staraufgebot zum 25-jährigen Bestehen der Ufa 1943 in Auftrag. Demonstriert werden sollte die Leistungsfähigkeit der isolierten deutschen Filmindustrie. Maßstab war Hollywood. Der vom NS-Regime mit einem Berufsverbot belegte Autor Erich Kästner lieferte mit einer „Sondererlaubnis“ die Idee und das Drehbuch zum Film. Noch vor der Filmpremiere, in dessen Vorspann selbst sein Pseudonym nicht mehr genannt wird, ergeht ein erneutes Schreib- und Veröffentlichungsverbot von Drehbüchern gegenüber Kästner.

Wir zeigen die restaurierte Kinofassung von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung aus dem Jahr 2017. Weitere Informationen zum Restaurierungsprojekt finden Sie hier.

In Kooperation mit dem Cinefest – Internationales Festival des deutschen Film-Erbes.

Bild: Quelle Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

Cinefest 2025: Zwischen Schreibmaschine und Filmkamera – Literaten und ihr Verhältnis zum Film
MÜNCHHAUSEN
Regie: Josef von Báky, DE 1943, 117 min, DCP, DF, FSK: ab 6, mit Hans Albers, Brigitte Horney, Hans Brausewetter
Einführung: Filmwissenschaftlerin Marie Dudzik


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