Wiesbadener Erstaufführung: Vierzehn Jahre nachdem die Filmemacherin den versuchten Femizid eines Mitschülers überlebt hat, kehrt sie zu den prägenden Momenten und Menschen von damals zurück. Es sind Erinnerungen voller Wärme und Zuversicht, aber auch Kälte und Brutalität.
In einer fragmentarischen, selbstreflexiven Erzählform nähert sie sich dem Erlebten erneut an und begegnet den Personen, die in den drei Jahren um die Tat für sie eine wichtige Rolle spielten: einer Lehrerin, einer ehemaligen Mitschülerin, einem Arzt, einem Staatsanwalt, einer Kommissarin, ihrer Halbschwester und einer Freundin in Brasilien. In den Gesprächen sucht sie nach deren Erinnerungen an die damaligen Situationen – und nach Antworten auf die Fragen, die sie all die Jahre begleitet haben. Die Reise führt sie von München bis nach Rio de Janeiro.
WAS AN EMPFINDSAMKEIT BLEIBT wurde in der Sektion Forum bei der Berlinale 2026 uraufgeführt und erhielt eine „Special Mention“ der Dokumentarfilm-Jury der Berlinale 2026.
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Pressestimmen:
„Dabei navigiert sie geschickt zwischen Anklage und Sachlichkeit.“ (Cinema)
„Abseits all des Diskurses und der Apelle bietet Hüller Raum für Gedanken. Fast dialektisch trennen kleine Super-8-Schnipsel die Interview-Szenen. Wenn man bei manchem Dokumentarfilm genau hier abschaltet, bilden sich genau in diesem Film dort Gedanken, Gedanken, die im nächsten Interview vielleicht verstärkt, erweitert oder widerlegt werden. Anstelle nur ihren eigenen Fall im Vakuum zu betrachten, verbindet sie die Punkte zu einem Bild, das alle etwas angeht, ja, dieser Film ist Anlass zu reden.“ (kino-zeit.de)
„Nicht unähnlich der präzisen Erinnerungsarbeit von Annie Ernaux, versucht Magnani Hüller die Gegenwart des vergangenen Moments gleichsam räumlich zu durchschreiten.“ (filmdienst.de)
„Daniela Magnani Hüller erzählt eine Geschichte, die unsere Vorstellung davon, was Femizid ist und sein kann, erweitert und uns damit sensibler macht für seine Vorzeichen und unseren Umgang damit. Und die Überlebende bietet einen Ausblick, der sich weder in einem pseudoermächtigenden Befreiungsschlag, noch in Betroffenheitstristesse verliert, sondern in der Realität bleibt. Einer bitteren Realität, die wir als solche anerkennen müssen. Und zugleich in einer Realität, in der einzelne Überlebende Filme wie diesen machen können. Mögen es immer mehr werden!“ (filmloewin.de)
In Kooperation mit dem Zonta Club Wiesbaden, ZORA – Anlauf- und Beratungsstelle für Mädchen* und junge Frauen* und Amnesty International Wiesbaden.
Bild © Bildersturm Filmproduktion
Festival-Nachlese
WAS AN EMPFINDSAMKEIT BLEIBT
Regie: Daniela Magnani Hüller, DE 2026, 91 min, DCP, DF, FSK: beantragt