Gerda M. Meyer (1910-2009) war vor 1933 Schülerin der Alice Salomon Schule für Soziale Frauenarbeit in Berlin und wurde während der NS-Zeit aufgrund ihrer jüdischen Herkunft verfolgt. Die in einem Dokumentarfilm verarbeitete Lesung ihrer Tagebuchnotizen von 1939 bis 1945 verdeutlicht eindrucksvoll, wie sich das Leben einer vom NS-Regime als jüdischer „Mischling“ abgestempelten jungen Frau veränderte. Schilderungen von Spaziergängen und Kinobesuchen, von brutaler Ausgrenzung und erzwungener Vereinsamung zeigen die Gleichzeitigkeit von Bewahrtem und Zerstörtem. Eine Notiz kündet vom Selbstmord ihres aus Wiesbaden stammenden Verlobten Werner Rabinowicz.
Adriane Feustel, Mitgründerin und langjährige Leiterin des Alice Salomon Archivs Berlin, führt in den Film ein. Sie hat Gerda M. Meyer 1991 und 1992 interviewt. Der Film wird bereitgestellt vom Alice Salomon Archiv der ASH Berlin.
In Kooperation mit dem Aktiven Museum Spiegelgasse für Deutsch-Jüdische Geschichte und dem frauen museum wiesbaden.
Bild © Alice Salomon Archiv der ASH Berlin
27. Januar: Erinnern an die Opfer
Jüdischer Alltag unter dem Hakenkreuz – Die Wahrnehmungen einer jüdischen Überlebenden des NS-Regimes in Tagebuchnotizen und Interviews
Dokumentarfilm mit Einführung und Diskussion, Veranstaltungslänge ca. 2 Stunden