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HELDEN (DF)

Während des Serbisch-Bulgarischen Krieges 1885: Der Schweizer Hauptmann Bluntschli steht in serbischen Söldnerdiensten. Anstatt auf dem Schlachtfeld zu sterben, entscheidet er sich für die Flucht und rettet sich ins Schlafzimmer der jungen wohlhabenden Raina – nichtsahnend, dass sie die Tochter des bulgarischen Majors Petkoff und Verlobte des heldenhaften Leutnants Sergius Saranoff ist…

Für seine Paraderolle des „Praliné-Soldaten“ Bluntschli an der Seite von Leinwandliebling Liselotte Pulver wurde O. W. Fischer, der höchstbezahlte Schauspieler der jungen Bundesrepublik, als ‘bester Hauptdarsteller’ mit dem ‘Filmband in Gold’ ausgezeichnet. HELDEN, eine spitzzüngige Persiflage, die engstirnigen Militarismus und schalen Heldenkult ad absurdum führt (nach dem Bühnenstück „Arms and the Man“ von George Bernard Shaw), war nicht nur einer der erfolgreichsten deutschen Filme der 1950er Jahre, sondern erhielt den Deutschen Filmpreis 1959 als ‘Bester deutscher Spielfilm’, den Preis der Deutschen Filmkritik und wurde als ‘Bester fremdsprachiger Film’ für den Oscar nominiert.

Pressestimmen:

"Eine vergnügliche Komödien-Verfilmung nach Bernard Shaw, deren witzige und leicht fassliche Ironie das hohle Heldentum gewisser schneidiger Offizierstypen entlarvt und den Blick für menschliche Tugenden am Beispiel einer Episode aus dem serbisch-bulgarischen Krieg von 1885 schärft. Unter Verzicht auf künstlerische Ambitionen im Bild ganz dem unterhaltsamen, durchaus geistvollen Dialog des Kammerspiels gewidmet.“ (Lexikon des Internationalen Films)

„Der Bewertungsausschuss hat dem Film das Prädikat „besonders wertvoll“ verliehen. Dem Buch und der Regie gelingen eine Verfilmung auf dem Niveau Bernard Shaws. Die Satire dieses Films auf das Heldentum ist von jener positiven Fundiertheit und subtilen Überlegenheit, wie sie für die Shawschen Komödien charakteristisch sind. Das Buch übernimmt nicht nur den Dialog, um die witzigen Pointen auszunutzen; es übernimmt vielmehr die Komödie im Ganzen, spielt sie in einer eigentümlich filmischen Weise aus und lässt die menschliche Hintergründigkeit der Komödie deutlich werden. […] Besondere Hervorhebung verdienen die beiden Hauptdarsteller Liselotte Pulver und O. W. Fischer, die nicht nur ihre jeweils scharf profilierten Charaktere den ganzen Film hindurch konsequent durchzeichnen, sondern auch in ihren Dialogszenen ein so subtiles und pointenreiches Zusammenspiel zeigen, wie es im deutschen Film selten zu sehen ist. Gerade die Darstellung des Primitiven bedarf der differenzierten Schauspielkunst.“ Prädikat: besonders wertvoll (Deutsche Film- und Medienbewertung – FBW)

In Kooperation mit dem Seniorenbeirat Wiesbaden.

Bild: Quelle Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

Kino am Nachmittag
HELDEN
Regie: Franz Peter Wirth, DE 1958, 97 min, DCP, DF, FSK: ab 6, mit O. W. Fischer, Liselotte Pulver, Ellen Schwiers
Am 3.6. Einführung: Ralf Feilen, Pfarrer i. R., Eintritt: 6€


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