Siegfried hat bei Mime als gelehriger Schüler die hohe Kunst des Waffenschmiedens erlernt. Als er erfährt, dass König Gunther und dessen Schwester Kriemhild in Worms Hof halten, will er sich auf den Weg dorthin machen. Doch sein Lehrmeister Mime ist eifersüchtig auf seinen Meisterschüler, deshalb weist er ihm einen gefährlichen Weg nach Worms, der ihn durch einen Zauberwald führt. In diesem Wald trifft Siegfried auf einen Drachen, mit dem er einen lebensgefährlichen Kampf wagen muss. Doch das ist nur der Beginn seiner abenteuerlichen Reise...
Die Verfilmung des mittelhochdeutschen Nibelungenliedes ist einer der aufwändigsten Monumentalfilme der 1920er Jahre. Die stilistische Geschlossenheit des Werks sowie Innovationen in Tricktechnik und Lichtgestaltung verliehen ihm internationales Prestige und einen Platz in der Filmgeschichte.
Für die junge Modezeichnerin Aenne Willkomm (1902-1979) wurde dieses Projekt zur Feuertaufe. Ursprünglich von Produzent Erich Pommer zur Unterstützung des schwer erkrankten Kostümbildners Paul Gerd Guderian engagiert, verstarb dieser noch während der Dreharbeiten, sodass Willkomm den Auftrag alleine zu Ende führen musste – mit Erfolg! Alle Regisseure wollten plötzlich mit der talentierten Frau zusammenarbeiten, woraufhin sie zur Leitung der Ufa-Kostümabteilung aufstieg. Dort verantwortete sie in letzter Instanz die Entwürfe und die Produktion sämtlicher Kostüme der in- und ausländischen Filme, die in Neubabelsberg gedreht wurden, wie METROPOLIS und ZUR CHRONIK VON GRIESHUUS.
Wir stellen das Werk von Aenne Willkomm im September mit Monumentalfilm-Zweiteiler DIE NIBELUNGEN Teil I und II und der Theodor Storm-Verfilmung ZUR CHRONIK VON GRIESHUUS vor.
Bild: Quelle Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
DIE NIBELUNGEN. 1. TEIL: SIEGFRIED
Regie: Fritz Lang, DE 1924, 149 min, DCP mit eingespielter Originalmusik von Gottfried Huppertz (Neuedition: Frank Strobel), DF, FSK: ab 0, mit Paul Richter, Margarete Schön, Theodor Loos
Einführung: Filmwissenschaftlerin Marie Dudzik
Überlängenaufschlag: 1€