Henri Leblanc, Nachkomme eines bankrotten Industriellenclans, soll eine reiche Erbin heiraten und so die familieneigene Fabrik retten. Auf der Hochzeitsreise begegnet Leblanc im Zug der mysteriösen Stascha, die durch das gemeinsame Wissen um ein Verbrechen an Dr. Karoff gebunden ist. Leblanc verfällt ihr, verlässt Hals über Kopf seine Frau und will mit Stascha fliehen. Karoff versucht, sie durch Drohungen daran zu hindern. Als Leblanc die Polizei einschaltet, kommt es zu einem dramatischen Wendepunkt.
Kurt Bernhardt avancierte mit seinen ambitionierten Spielfilm-Produktionen um historische und soziale Themen zu einem gefragten Regisseur der Stummfilmzeit. Nach der Machtübernahme der Nazis emigrierte der jüdische Filmemacher 1933 in die USA, wo er seinen Namen von Kurt in Curtis änderte.
Mit seinem letzten Stummfilm DIE FRAU, NACH DER MAN SICH SEHNT verhalf Bernhardt der noch weitestgehend unbekannten Marlene Dietrich zu ihrer ersten Titelrolle. Marlene Dietrich spielt die geheimnisvolle Stascha und erschafft mit dieser Figur einen Vorläufer ihres späteren Rollentypus in den Filmen Josef von Sternbergs. Als zwielichtiger Dr. Karoff steht ihr der jüdische Schauspieler Fritz Kortner zur Seite. Beide emigrierten zu Beginn der 1930er Jahre aus Deutschland. Die Vorlage des Films stammt vom tschechoslowakisch-israelischen Schriftsteller Max Brod, dessen Werke von den Nationalsozialisten verboten wurden. 1939 floh er nach Palästina.
Bearbeitung der Murnau-Stiftung
DIE FRAU, NACH DER MAN SICH SEHNT wurde 2012 mit Mitteln des BKM-Förderprogramms digitalisiert. Basis für die 2K Digitalisierung war ein Negativ aus dem Bundesarchiv-Filmarchiv. Die Digitalisierung wurde gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Die Murnau-Stiftung hat kürzlich zwei weitere Filme von Kurt Bernhardt digital restauriert, die ebenfalls im Februar bei uns im Kino präsentiert werden.
In Kooperation mit dem Seniorenbeirat Wiesbaden.
Bild Quelle: Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
Filmklassiker am Nachmittag / In memoriam Kurt Bernhardt
DIE FRAU, NACH DER MAN SICH SEHNT
Regie: Kurt Bernhardt, DE 1929, 78 min, DCP mit eingespielter Musik von Pascal Schumacher & Philharmonie Luxemburg, DF, FSK: ab 0, mit Marlene Dietrich, Fritz Kortner, Frida Richard
Einführung am 4.2.: Ralf Feilen Pfarrer i.R., Eintritt: 6€