Wiesbadener Erstaufführung: Im Jahr 1956 lebt der berüchtigte KZ-Arzt von Auschwitz Josef Mengele unter dem Decknamen Gregor in Buenos Aires. Dank eines weitreichenden Netzwerks von Unterstützern und der finanziellen Hilfe seiner Familie gelingt es ihm über Jahre hinweg, sich der internationalen Strafverfolgung zu entziehen. Der Film beleuchtet Mengeles Flucht und seine Stationen, die ihn von Argentinien über Paraguay bis nach Brasilien führen, wo er zuletzt in São Paulo unter einer falschen Identität lebt. Gezeichnet von Krankheit, Alter und wachsender Isolation, wird Mengeles Lebensraum zunehmend beengt. Die Lage spitzt sich zu, als sein inzwischen erwachsener Sohn Rolf ihn aufspürt. Bei diesem beklemmenden, wortlosen Treffen kommt es zur unausweichlichen Konfrontation zwischen Vater und Sohn, mit einer Vergangenheit, die sich nicht verleugnen lässt.
Bei dem Historiendrama handelt es sich um eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Olivier Guez (Originaltitel: La disparition de Josef Mengele). Die Hauptrolle des NS-Kriegsverbrechers Josef Mengele spielt August Diehl. Die deutsch-französische Koproduktion wurde beim Filmfestival von Cannes 2025 uraufgeführt.
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Pressestimmen:
„August Diehl spielt den als „Engel des Todes“ bekannten Arzt, der in Auschwitz selektierte und grausame Experimente durchführte, als zunehmend verbitterten, vor Selbstmitleid triefenden Mann, der im südamerikanischen Exil sein Schicksal beklagt. Brillant gefilmt, schonungslos und entlarvend.“ (programmkino.de)
„In seinem biografischen Film DAS VERSCHWINDEN DES JOSEF MENGELE, in dem August Diehl als Gesicht der Banalität des Bösen brilliert, nähert sich Kiril Serebrennikow dem Todesengel von Auschwitz mit einer fragmentierten Erzählung seiner Jahrzehnte umspannenden Flucht durch mehrere südamerikanische Länder. Dabei stehen die wachsende Paranoia und das langsame Abdriften in den endgültigen Wahnsinn eines der übelsten Kriegsverbrecher des Dritten Reichs im Mittelpunkt – zugleich wissen wir aber immer auch, dass Serebrennikov hier immer auch die Geschichte einer verdrängenden Nation miterzählt.“ (filmstarts.de)
„Sympathy for the devil? Eine Identifikation verhindert Serebrennikov durch die Kälte seiner Inszenierung und den Verzicht auf Thrillerelemente.“ (epd-Film)
„Beängstigend gut: das erschütternde Porträt eines unbelehrbaren Sadisten.“ (Cinema)
„DAS VERSCHWINDEN DES JOSEF MENGELE ist eine filmische Zumutung – darin liegt seine verstörende Stärke.“ (Film des Monats Oktober 2025 der Jury der Evangelischen Filmarbeit)
In Kooperation mit dem Evangelischen Dekanat Wiesbaden. Film des Monats Oktober 2025 der Jury der Evangelischen Filmarbeit.
Bild © Lupa Film / CG Cinema / Hype Studios
Festival-Nachlese
DAS VERSCHWINDEN DES JOSEF MENGELE
Regie: Kirill Serebrennikov, DE/FR 2025, 136 min, DCP, DF, FSK: ab 12, mit August Diehl, Maximilian Meyer-Bretschneider, Friederike Becht
Überlängenaufschlag: 1€