Ludwig Berger (*1892 in Mainz, †1969 in Schlangenbad) war ein deutscher Regisseur, der als einer der Pioniere des Fernsehspiels gilt.
Vor 100 Jahren – am 18. Dezember 1925 wurde Ludwig Bergers EIN WALZERTRAUM uraufgeführt. Für die von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung frisch restaurierte Fassung von Bergers Stummfilm wurde der Komponist Diego Ramos Rodríguez mit der Neukomposition einer Filmmusik beauftragt. Film und Musik rekurrieren dabei auf Oscar Straus’ gleichnamiger Operette.
Anlässlich der Premiere der digital restaurierten Fassung im Mainzer Staatstheater am 5. und 6. Dezember starten wir in unserem Kino eine kleine Retrospektive und beginnen mit ICH BEI TAG UND DU BEI NACHT, der zwischen trister Realität und glänzender Traumwelt changiert und damit ein typisches Beispiel für Ludwig Bergers unverkennbaren Stil ist. Im Januar ist Bergers bis heute bekanntester Film WALZERKRIEG mit Renate Müller, Willy Fritsch, Paul Hörbiger und Adolf Wohlbrück zu sehen und natürlich wird auch EIN WALZERTRAUM mit neuem Klang und in neuem Glanz bei uns im Kino zu erleben sein.
Ludwig Berger wurde am 6. Januar 1892 in Mainz als Sohn des Bankiers Franz Bamberger und der Pianistin Anna Klara Bamberger (geb. Lewino) geboren. Wenngleich er nie eine entsprechende Ausbildung erhalten hatte, begann Berger als Regisseur zu arbeiten: Sein Debüt gab er 1916 am Stadttheater Mainz mit einer Inszenierung der Mozart-Oper „Gärtnerin aus Liebe“; das Szenenbild entwarf sein Bruder Rudolf Bamberger – der Beginn einer regelmäßigen Zusammenarbeit.
Bis 1929 gestaltete sein Bruder zudem die Bauten zu fast all seinen Kinofilmen, darunter die ironisch gebrochene Operetten-Adaption EIN WALZERTRAUM, deren großer Erfolg den Brüdern sogar eine Einladung in die USA einbrachte. Filmkritiker Willy Haas feierte seinen Inszenierungsstil in dem Musikfilm WALZERKRIEG als „Triumph deutschen Filmschaffens“.
Von den Nationalsozialisten verfolgt, drehte Ludwig Berger nach 1933 einige wenige Filme im Ausland und überlebte die Besetzung der Niederlande mit falschen Papieren. Rudolf Bamberger wurde 1944 verhaftet und nach Auschwitz deportiert.
1947 kehrte Ludwig Berger nach Deutschland zurück, arbeitete als Bühnen- und Hörspielregisseur und wurde zu einem Pionier des deutschen Fernsehspiels. Von 1956 bis 1968 leitete er die Abteilung Darstellende Kunst an der Akademie der Künste in West-Berlin. Als Autor verfasste er zahlreiche Prosawerke und Dramen.
Bild: Quelle DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum