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Pionierinnen des Kinos

Pionierinnen des Kinos rückt Frauen in den Fokus, die das frühe Kino maßgeblich geprägt haben – oft im Schatten der Filmgeschichte. Anhand von Spielfilmen aus dem Bestand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung werden unterschiedlichste Gewerke – vom Drehbuch über das Kostümbild bis hin zur Regie und Produktion – beleuchtet.

Ellen Richter (1891–1969) war eine Ausnahmeerscheinung der Stummfilmära. Nicht nur gründete sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Willi Wolff ihre eigene Produktionsfirma, die Ellen-Richter-GmbH, vielmehr war sie von Beginn ihrer Karriere an eine Abonnentin auf Hauptrollen, in denen sie starke Frauenfiguren auf der Leinwand präsentierte. Die „Machtergreifung“ der Nazis beendete ihre Karriere 1933 abrupt. Bereits 1935 migrierte das Ehepaar nach Wien, 1938 wurde Ellen Richter aus der Reichsfilmkammer ausgeschlossen.

Ellen Richter geriet danach im Gegensatz zu vielen ihrer männlichen Kollegen schnell in Vergessenheit. Ihr Leben und Werk sind seit einigen Jahren wieder verstärkt Gegenstand der filmwissenschaftlichen Forschung. Von den rund sechzig Filmen, in denen Richter spielte, sind heute nur etwa zwanzig überliefert. Die Murnau-Stiftung hält das filmische Vermächtnis Richters lebendig, indem sie Filme aus dem Stiftungsbestand digital restauriert.

Im Juli zu ihrem 135. Geburtstag präsentieren wir den Stummfilm SCHATTEN DER WELTSTADT (DE 1925) und DIE ABENTEURERIN VON TUNIS (DE 1931), der kürzlich digital restauriert wurde und nun seine Wiesbadener Premiere mit einer begleitenden Einführung feiert.

Bild: Gerda Maurus in FRAU IM MOND (1929, R: Fritz Lang) – Quelle: Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

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