Leonhard Frank wurde am 4. September 1882 in Würzburg geboren. Sein Vater arbeitete als Schreiner. Frank selbst schlug zunächst eine handwerkliche und praktische Laufbahn ein und absolvierte eine Schlosserlehre. In seinen frühen Jahren war er zudem als Chauffeur, Anstreicher und Klinikdiener tätig.
Trotz begrenzter finanzieller Mittel und früher beruflicher Umwege zeigte sich sein künstlerisches Talent deutlich. 1904 begann er ein Kunststudium in München. 1910 zog er nach Berlin, wo er seine schriftstellerische Begabung entdeckte und begann, sich intensiv dem Erzählen zu widmen. Mit seinem ersten Roman „Die Räuberbande“ gelang ihm der literarische Durchbruch; das Werk wurde mit dem Fontane-Preis ausgezeichnet.
Während des Ersten Weltkriegs emigrierte er 1915 in die Schweiz. Auslöser war sein öffentlich gezeigter Pazifismus, der ihm in Deutschland Schwierigkeiten einbrachte. Im Exil entstanden mehrere Antikriegs-Erzählungen, die 1918 unter dem Titel „Der Mensch ist gut“ veröffentlicht wurden und große Aufmerksamkeit erhielten.
Von 1918 bis 1933 lebte Frank wieder in Berlin und etablierte sich als anerkannter Schriftsteller der Weimarer Republik. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten musste er 1933 erneut ins Exil gehen, das insgesamt siebzehn Jahre dauerte. Seine Stationen waren unter anderem die Schweiz, England, Frankreich, Portugal sowie schließlich die USA (Hollywood und New York).
1952 kehrte er nach Deutschland zurück und veröffentlichte zwei Jahre später seinen autobiografisch geprägten Roman „Links wo das Herz ist“. Er starb am 18. August 1961 in München.
Leonhard Franks Geschichten wurden mehrfach verfilmt und auch er selbst verfasste einige Drehbücher. In Gedenken an den bedeutenden Schriftsteller und Dramatiker präsentieren wir das Kriminaldrama DER MÖRDER DIMITRI KARAMASOFF (DE 1931), das auf Fjodor Dostojewskis "Die Brüder Karamasow" basiert und von Frank zusammen mit Regisseur Fedor Ozep und Autor Victor Trivas für das Kino adaptiert wurde.
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