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120. Geburtstag Konstantin Tschet

Konstantin Tschet (* 24. Juni 1902 in Moskau; † 27. Mai 1977 in München) oder auch Irmen-Tschet, mit bürgerlichem Namen Konstantin Cetverikov, wurde in Moskau geboren. Der Theaterregisseur Stanislavskij war sein Großonkel. Anfang der 1920er Jahre kam Tschet nach Berlin und arbeitete in der Foto-Chemie. Danach begann er bei der Ufa als Kamera-Assistent, vor allem bei Günther Rittau. Tschet zeichnet verantwortlich für die Trickaufnahmen bzw. optischen Spezialeffekte in Fritz Langs großen Sci-Fi-Stummfilmen Metropolis und Frau im Mond und war als erster Kameramann an zahlreichen großen Publikumserfolgen wie EIN BLONDER TRAUM (1932) der späten Weimarer Republik beteiligt.

Mit dem Regisseur Hans Steinhoff und dem Produzenten Karl Ritter drehte er im Jahr 1933 sowohl die Komödie LIEBE MUSS VERSTANDEN SEIN als auch den ersten nationalsozialistischen Propagandafilm HITLERJUNGE QUEX. Daraufhin erhielt er weiterhin Aufträge für die Kameraarbeit bei aufwändigen Unterhaltungsfilmen der Zeit. Erneut drehte er mit Regisseur Paul Martin und seiner Ehefrau Lilian Harvey die Screwball-Komödie GLÜCKSKINDER (1936). Beim ersten deutschen Farbfilm FRAUEN SIND DOCH BESSERE DIPLOMATEN (1940) setzte er Willy Fritsch und Marika Rökk ins Bild, ebenso wie Hans Albers in der prestigeträchtigen Produktion MÜNCHHAUSEN (1943).

Nach dem Krieg konnte er seine Karriere fortsetzen und fotografierte Spielfilme in Deutschland. Zwischen 1953 und 1954 begleitete er den österreichischen Zoologen und Meeresforscher Hans Hass auf seiner Expedition zu den Galapagos-Inseln. Von 1957 bis 1964 stand Tschet in der Schweiz vorwiegend für Filme des Regisseurs Franz Schnyder hinter der Kamera. Zuletzt wirkte er wieder in Deutschland als Chefkameramann der Firma Insel-Film und drehte Dokumentar- und Industriefilme. Die Auftragsproduktion zum 90. Geburtstag von Konrad Adenauer war seine letzte Kameraarbeit.

Im Juli zeigen wir im Murnau-Filmtheater LIEBE MUSS VERSTANDEN SEIN und EIN BLONDER TRAUM aus dem späten Weimarer Kino sowie online im Kino3 die Screwball-Komödie GLÜCKSKINDER aus dem Jahr 1936.

Bild: Quelle DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

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