Film

Projekt: MÜNCHHAUSEN


  • Agfacolor-Restaurierung Ufa-Klassiker MÜNCHHAUSEN feiert Premiere auf dem Filmfest München 2017 | Aushangfoto: Murnau-Stiftung
  • Kameranegativ Exportfassung, Bundesarchiv | Foto: Barbara Flückiger
  • Kameranegativ invertiert Exportfassung, Bundesarchiv | Foto: Barbara Flückiger
  • Hans Albers in einer seiner Paraderollen | Aushangfoto: Murnau-Stiftung
  • Aushangfoto: Murnau-Stiftung
  • Kameranegativ Exportfassung, Bundesarchiv | Foto: Barbara Flückiger
  • Kameranegativ invertiert Exportfassung, Bundesarchiv | Foto: Barbara Flückiger
  • Weiteres Staraufgebot neben Hans Albers und Brigitte Horney: Ilse Werner | Aushangfoto: Murnau-Stiftung
  • Kameranegativ Exportfassung Nachkriegszeit, Bundesarchiv | Foto: Barbara Flückiger
  • Mit farbenfroher, opulenter Ausstattung: MÜNCHHAUSEN | Aushangfoto: Murnau-Stiftung
  • Brigitte Horney neben Hans Albers
  • Die Abenteuer des „Lügenbarons“ von Münchhausen sind berühmt

Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt der Restaurierungen von Veit Harlans IMMENSEE (1943) und OPFERGANG (1942-44) ist mit dem Ufa-Klassiker MÜNCHHAUSEN die dritte Agfacolor-Restaurierung in Arbeit. Die kursierenden Fassungen von Josef von Bakys Film lassen den typischen Farbeindruck des Agfacolor-Verfahrens nur mehr erahnen. Die Farbrestaurierung findet in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Barbara Flückiger, Forschungsprojekt ERC Advanced Grant FilmColors der Universität Zürich statt. Die technischen Arbeiten führt ARRI Media durch, Senior Colorist ist Andreas Lautil. Hauptsponsor der 4K Restaurierung ist ARRI Media. Weitere Förderung sind Mittel aus der Digitalisierungsoffensive der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Gemeinsam mit den Internationalen Münchner Filmwochen wird ARRI im Rahmen des Filmfest München 2017 und anlässlich des 100-jährigen Firmenjubiläums die Weltpremiere der restaurierten Fassung ausrichten. Gleichzeitig wird damit das ebenfalls 100-jährige Jubiläum der Ufa gefeiert.

MÜNCHHAUSEN zum 25jährigen Jubiläum der Ufa
Von der Reise zum Mond, über den Besuch Casanovas in Venedig bis hin zum Ritt auf der Kanonenkugel – die Abenteuer des „Lügenbarons“ von Münchhausen sind berühmt. Sie boten 1943 den idealen Stoff für einen Ausstattungsfilm in Farbe, den Goebbels zum 25-jährigen Bestehen der Ufa in Auftrag gegeben hatte. Demonstriert werden sollte die Leistungsfähigkeit der isolierten deutschen Filmindustrie. Maßstab war Hollywood. An der Spitze des Staraufgebots Hans Albers als Baron Münchhausen, gefolgt von Brigitte Horney und Ilse Werner. Der mit einem Berufsverbot belegte Autor Erich Kästner schrieb das Drehbuch mit einer Sondererlaubnis unter dem Pseudonym Berthold Bürger.
Während die Wehrmacht Anfang 1943 die entscheidende Niederlage bei Stalingrad erlitten hatte, feierten bei der Premiere am 5. März 2000 geladene Gäste die Materialschlacht MÜNCHHAUSEN: Die anläßlich des Kriegsgeschehens strengen Sparmaßnahmen galten nicht für den Prestigefilm – Trickspezialist Konstantin Irmen-Tschet konnte sich ebenso frei entfalten wie die Ausstatter für Hunderte von Baukomplexen und Tausender historischer Prachtkostüme. Opulenz und Farbenpracht haben das Publikum 1943 in In- und Ausland ebenso fasziniert wie die Cineasten in der Nachkriegszeit. MÜNCHHAUSEN ist bis heute der meist diskutierte NS-Unterhaltungsfilm.

Agfacolor restaurieren
Das in den 1930er Jahren von der I. G. Farbenindustrie AG entwickelte Agfacolor-Verfahren war das erste Farbfilmverfahren im Negativ-Positiv-Prozess, bei dem das Filmmaterial aus drei übereinander aufgegossenen Emulsionsschichten bestand, die jeweils für die blauen, grünen und roten Farbanteile des Aufnahmemotivs empfindlich waren. Die farbgebenden Substanzen waren bereits in den Farbschichten verankert, so dass die Farben gleichzeitig in einem einzigen Entwicklungsbad erzeugt wurden. Typisch im Vergleich zu anderen Farbfilmverfahren sind dezentere, pastellfarbene Farbtöne. Die Farbstoffe sind jedoch nicht langzeitstabil und verblassen zu einem Rot- oder Magentaton.
Zwischen 1939 und 1945 entstanden in Deutschland insgesamt 13 abendfüllende Filme in Agfacolor, darunter Veit Harlans DIE GOLDENE STADT (1942) und OPFERGANG (1942-44), Georg Jacobys FRAUEN SIND DOCH BESSERE DIPLOMATEN (1939-41) oder DIE FLEDERMAUS (1945) von Geza von Bolvary.

Für die Restaurierung von OPFERGANG und IMMENSEE wurde in Zusammenarbeit mit ARRI Media und Prof. Dr. Barbara Flückiger ein Ansatz zur Farbrestaurierung von Agfacolor erarbeitet, der auf der Analyse der filmischen Quellen basiert und dem charakteristischen Erscheinungsbild Rechnung trägt. Er wird für MÜNCHHAUSEN fortgeführt.

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