Film

SCHWARZER KIES

Berlinale 2017 »

Wiesbadener Erstaufführung: Nachdem die digitalisierte Fassung von Helmut Käutners Film SCHWARZER KIES seine Weltpremiere am 15. Februar bei den 67. Internationalen Filmfestspielen Berlin feierte, ist er nun bei uns im Murnau-Filmtheater mit einer Einführung der Restauratorin der Murnau-Stiftung, Anke Wilkening, zu sehen.

Im ländlichen Westdeutschland des Jahres 1960 wird in einem kleinen Dorf mit 250 Einwohnern eine amerikanische Militärbasis errichtet. Sechstausend Soldaten leben nun in der Region, und obwohl niemand sie so recht leiden kann, macht doch jeder sein Geschäft mit ihnen. Protagonist Robert Neidhardt profitiert am Bau eines Militärflughafens mit dem Schwarzhandel von Kies. Seine Skrupellosigkeit treibt Neidhardt dabei bis zum Äußersten.

Käutners stilistisch an amerikanische Noirs und B-Movies angelehnte Abrechnung mit der BRD untersucht die Auswirkungen der amerikanischen Besatzung auf die Bewohner eines Kaffs in der westdeutschen Provinz.  Kurz nach Verleihstart warf der Zentralrat der Juden in Deutschland Käutner und der Produktionsfirma Antisemitismus vor und stellte Strafantrag. Gegen den Willen des Regisseurs entfernte die Ufa Film Hansa daraufhin die beanstandeten Szenen. Außerdem wurde für den weiteren Verleih das pessimistische Ende des Films abgeändert. Im Archiv der Murnau-Stiftung überdauerte neben der Verleihfassung auch eine 35mm-Kopie der ursprünglichen Premierenfassung. Diese wurde nun digitalisiert und für die Zukunft gesichert.

In Kooperation mit dem Lions Club Wiesbaden – An den Quellen. Mehr Informationen gibt’s hier.

Mi 29.03.2017 20.15 Uhr
Berlinale 2017
SCHWARZER KIES
Regie: Helmut Käutner, DE 1961, 117 min, DCP, FSK: ab 18, mit Helmut Wildt, Ingmar Zeisberg, Anita Höfer

Sondereintritt: 10 € (6€ Eintritt, 4€ Spende für ein soziales Projekt des Lions Clubs), Einführung: Restauratorin Anke Wilkening

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