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NIE WIEDER LIEBE

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Der reiche amerikanische Playboy Sandercroft hat genug von den Frauen und lässt sich auf eine Wette um 500.000 Dollar ein: Fünf Jahre lang will er keine Frau mehr anrühren. Um nicht in Versuchung zu geraten, geht er mit seiner Luxusjacht, der Odysseus, und einer Mannschaft aus Ganoven auf Kreuzfahrt durch die Weltmeere. Seinem treuen Diener Jean gibt er die Anweisung, ihn wenn nötig mit allen Mitteln davon abzuhalten, in die Nähe einer Frau zu geraten. Nach vier Jahren auf See geschieht das Unglück: In der Nähe von Dover fischen sie eine Schwimmerin aus dem Wasser, die sich als Journalistin Gladys vorstellt und die Männer gehörig durcheinander bringt.

Als Sohn eines jüdischen Bankdirektors stieß Anatole Litvak (*10.5.1902 Kiew, Ukraine; †15.12.1974 Paris, Frankreich) bereits mit 14 Jahren als Bühnenarbeiter zum Theater. Nach seinem Philosophiestudium widmete er sich als Regie-Assistent und Autor dem Film. 1925 ging er nach Paris, wo er in der Gemeinde der „Exil-Russen“ Arbeit fand, aber auch in Deutschland als Cutter von G. W. Pabsts Film DIE FREUDLOSE GASSE seinen Einstand gab. Litvaks erste Regiearbeit DOLLY MACHT KARRIERE (1930) entstand in der frühen Tonfilmzeit, in der er sich auf leichte Komödien spezialisierte, die er mit viel Schwung, Humor und häufig in Mehrsprachversionen inszenierte. Durch sein Sprachtalent konnte Litvak sich bald als internationaler Nachwuchsregisseur etablieren. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten erzielte er in Frankreich mit MAYERLING (1936) seinen Durchbruch. Die Liebestragödie ebnete ihm den Weg nach Hollywood, wo er vor allem Melodramen wie CONFESSION OF A NAZI SPY (1939) drehte, einen der ersten Anti-Nazi-Filme.

Für NIE WIEDER LIEBE arbeitete Anatole Litvak mit mehreren späteren Exilanten zusammen. So beispielsweise Felix Joachimson (*5.6.1902 Hamburg; †7.12.1992 Camarillo, Kalifornien, USA), der später in den USA mit Musical-Drehbüchern und als Fernsehproduzent Karriere machte, oder auch Max Ophüls (*6.5.1902 Saarbrücken; †26.03.1957 Hamburg). Für Ophüls war dies die erste Arbeit beim Film überhaupt. Er wurde von der Ufa als Dialog-Regisseur engagiert, da er die Vorlage, das Bühnenstück „Dover – Calais“ von Julius Berstl, bereits 1927 in Frankfurt am Theater inszeniert hatte. 1931 drehte Ophüls seinen ersten, heute als verschollen geltenden Film DANN SCHON LIEBER LEBERTRAN nach einer Originalgeschichte von Erich Kästner. 1933 emigrierte Ophüls mit seiner Familie nach Paris, wo er seine Arbeit als Regisseur und Drehbuchautor fast nahtlos fortsetzte, und wurde 1938 französischer Staatsbürger. In Frankreich, aber auch in den USA, inszenierte er bis zu seinem Tod 1957 noch Filme.

Mi 5.4.17 18.00 Uhr
So 9.4.17 15.30 Uhr
Gebrochene Sprache
NIE WIEDER LIEBE
Regie: Anatole Litvak, DE 1931, 88 min, 35mm, FSK: ungeprüft, mit Lilian Harvey, Harry Liedtke, Felix Bressart

Einführung: Dr. Manfred Kögel (beide Termine)

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